Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung von Robert Shillers Buch, in dem er vor einer Spekulationsblase an den amerikanischen Aktienmärkten warnt, traten die Kurse ihre ungebremste Talfahrt an. Drei verschiedene Faktoren haben seiner Ansicht nach das Entstehen einer Blase begünstigt: Zu den strukturellen Faktoren zählt er unter anderem das Aufkommen des Internet, den Niedergang des Kommunismus, der im Westen ein Gefühl der Überlegenheit begünstigt hat, die geburtenstarken Jahrgänge, die gern als Ursache der Kursgewinne angeführt werden, die Verbreitung von Pensionsplänen in den Vereinigten Staaten sowie geringe Inflationsraten als Zeichen einer gut funktionierenden Wirtschaft. Weiterhin nennt Shiller kulturelle Ursachen für die Kursblase, allem voran die Informationsmedien, die mit ihrer ausgeweiteten Berichterstattung wie ein Blasebalg die Kursblase weiter nähren. Als drittes macht Shiller psychologische Faktoren aus. Hierzu bedient er sich der Ideen der "Behavioral Finance", einer noch recht jungen Disziplin, die Anleger nicht als rational handelnde Menschen betrachtet, sondern in ihnen Opfer vielfältiger psychologischer Fallen sieht. Neue Technologien, Selbstüberschätzung, Herdentrieb, die Anfälligkeit der Menschen für gut erzählte, plausible Geschichten wie die der Neuen Ökonomie - das alles führe in Zusammenhang mit strukturellen und kulturellen Faktoren zu einer sich selbst verstärkenden Hausse, die das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktien auf den einmaligen Wert von 44 trieb - selbst auf dem Höhepunkt des Aktienbooms 1929 belief sich dieser Wert auf lediglich 32.
Subjects
RELEASED2000
PUBLISHERCampus-Verlag
LENGTH325
LANGUAGEDE
Irrationaler Überschwang warum eine lange Baisse an der Börse unvermeidlich ist
Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung von Robert Shillers Buch, in dem er vor einer Spekulationsblase an den amerikanischen Aktienmärkten warnt, traten die Kurse ihre ungebremste Talfahrt an. Drei verschiedene Faktoren haben seiner Ansicht nach das Entstehen einer Blase begünstigt: Zu den strukturellen Faktoren zählt er unter anderem das Aufkommen des Internet, den Niedergang des Kommunismus, der im Westen ein Gefühl der Überlegenheit begünstigt hat, die geburtenstarken Jahrgänge, die gern als Ursache der Kursgewinne angeführt werden, die Verbreitung von Pensionsplänen in den Vereinigten Staaten sowie geringe Inflationsraten als Zeichen einer gut funktionierenden Wirtschaft. Weiterhin nennt Shiller kulturelle Ursachen für die Kursblase, allem voran die Informationsmedien, die mit ihrer ausgeweiteten Berichterstattung wie ein Blasebalg die Kursblase weiter nähren. Als drittes macht Shiller psychologische Faktoren aus. Hierzu bedient er sich der Ideen der "Behavioral Finance", einer noch recht jungen Disziplin, die Anleger nicht als rational handelnde Menschen betrachtet, sondern in ihnen Opfer vielfältiger psychologischer Fallen sieht. Neue Technologien, Selbstüberschätzung, Herdentrieb, die Anfälligkeit der Menschen für gut erzählte, plausible Geschichten wie die der Neuen Ökonomie - das alles führe in Zusammenhang mit strukturellen und kulturellen Faktoren zu einer sich selbst verstärkenden Hausse, die das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktien auf den einmaligen Wert von 44 trieb - selbst auf dem Höhepunkt des Aktienbooms 1929 belief sich dieser Wert auf lediglich 32.
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RELEASED2000
PUBLISHERCampus-Verlag
LENGTH325
LANGUAGEDE
Irrationaler Überschwang warum eine lange Baisse an der Börse unvermeidlich ist by Robert J. Shiller - WordSea